Die sieben letzten Worte des Erlösers

Meditationskonzert des Ruperti-Orchesters in der katholischen Kirche Traunreut

Das Konzert des Ruperti-Orchesters beschrieb die Leidensgeschichte Jesu mit Musik. −Foto: red

Traunreut. Zurück in die Zeit Jesu versetzt wurden die Gäste des Meditationskonzertes des Ruperti-Orchesters. Zur Aufführung kam die Orchesterfassung der Komposition "Die letzten sieben Worte von Jesus am Kreuze" von Joseph Haydn. In sieben langsamen und in Moll gehaltenen Tonsätzen übertrug sich die meditative Stimmung des Werkes auf die zahlreichen Zuhörer. Einführende Wort sprach Stadtpfarrer Thomas Tauchert. Er erinnerte an die Intention des Komponisten zu diesem Werk: Für den mit ihm wohl befreundeten Priester Dr. Jose Saenz de Santamaria de Valde-Inige aus Cadiz komponierte Haydn sieben langsame konzertante Sonaten.

Das Ruperti-Orchester intonierte mit Einfühlung unter der Leitung von Richard Kalahur. Das Ensemble verstand es, ein musikalisches Gemälde von den Geschehnissen auf Golgatha in sanfter, manchmal schmerzlicher und dann wieder dramatischer Betonung zu beschreiben. Der Sängerchor Traunreut unter der Leitung von Thomas Mayer legte a cappella von der Orgelempore in den Kirchraum herab in schlichten Harmonien jede der im Neuen Testament beschriebenen Wortpassagen vor. Hans-Bernhard Kesy ergänzte und vertiefte als Sprecher vom Ambo aus den Zuhörern zugewandt, die vom Kreuz herabgesprochenen Worte Jesu mit klarer und verständlicher Stimme.

Mit den letzten sieben Worten vom Kreuz herab, wendet sich Jesus trotz Qual und Schmerz den sündigen Menschen zu und bittet seinen Vater für sie um Vergebung: "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun." Er kümmert sich um das Seelenheil eines Mannes, der mit ihm gekreuzigt wird: "Fürwahr, ich sage Dir, noch heute wirst Du mit mir im Paradiese sein."

In "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen", kommt der ganze Schmerz eines sterbenden und verängstigten Menschen zum Ausdruck. Dann entschwinden seine letzten Lebenskräfte mit dem Ausruf: "Mich dürstet..."
In Erfüllung seines Auftrages, die Sünden aller Welt auf sich genommen zu haben, haucht Jesus: "Es ist vollbracht." Dann verlässt die Seele den sterblichen Körper. Sterbend wendet er sich an Gott: "Vater, in Deine Hände befehle ich meinen Geist!" Im dramatisch vorgetragenen Schlusssatz des großen Orchesters mit Pauken und Blechbläsern konnten sich die Zuhörer in das Erdbeben versetzt fühlen, das der Evangelist Matthäus in seinem Evangelium beschrieben hat. Die Zuhörer verweilten eine lange Zeit in andächtiger Stille, bevor sie die Akteure mit einem brausenden Beifall bedachten. (Johannes Bär)

Quelle: PNP vom 31.03.2018